Mit deutschen Augen

mit Jonathan Boff, Professor für Militärgeschichte, University of Birmingham

Der wahre Erste Weltkrieg · Folge 03 · 30:04

Deutsche Maschinengewehrmannschaft in einer vorgeschobenen Stellung an der Westfront (IWM Q23709)
Deutsche Maschinengewehrmannschaft in einer vorgeschobenen Stellung an der Westfront (IWM Q23709)
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Wie erlebten die Deutschen die Westfront?

Die vergleichende Geschichtsschreibung hat unser Verständnis des Ersten Weltkriegs vertieft. Professor Jonathan Boff betrachtet die Westfront aus deutscher Perspektive und wirft neues Licht auf den Stellungskrieg in den Schützengräben und den endgültigen deutschen Zusammenbruch 1918.

Das Wichtigste in Kürze

  1. 01Die vergleichende Geschichtsschreibung zeigt, dass die Westfront von der deutschen Seite des Stacheldrahts ganz anders aussieht.
  2. 02Die deutschen Befehlshaber hatten im Stellungskrieg mit eigenen Zwängen und Dilemmata zu kämpfen.
  3. 03Die deutsche Perspektive hilft, den plötzlichen Zusammenbruch von 1918 zu erklären.

Aus dem Transkript

3:40
Jonathan Boff

Nun, wenn man sich tatsächlich Rupprechts Tagebücher und den Umgang ansieht, den er sowohl mit seinen Vorgesetzten als auch mit seinen Untergebenen hat, wird sehr schnell klar, dass dieses idealisierte Bild dieser sehr ausgeklügelten Militärmaschine auf fast jeder Ebene fehlerhaft ist.

3:40
Jonathan Boff

Durchgehend, sicherlich die ganze erste Hälfte des Krieges hindurch, sind die Franzosen der Hauptfeind, nicht die Briten. … er hat vor den Briten nicht so viel Angst wie vor den Franzosen, weil er nicht glaubt, dass ihre Generäle im Großen und Ganzen so gut sind.

19:06
Jonathan Boff

Der Punkt, der mir ziemlich wichtig ist, ist, dass man, ohne die Tatsache zu verstehen, dass die Deutschen zur selben Zeit nachlassen, in der sich die Alliierten verbessern, diese Ergebnisse auf dem Schlachtfeld noch immer nicht wirklich verstehen kann.

26:18
Jonathan Boff

Aber unter den Frontsoldaten, da haben sie nicht aufgegeben. Für mich kommt der entscheidende Moment, als der Armee Anfang Oktober 1918 mitgeteilt wird, dass der Kaiser um Frieden ersucht hat.

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Vollständiges Transkript

4.684 Wörter · 20 Min. Lesezeit
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Musik: Erik Saties Je Te Veux (Klavier/Gesang)

Michael Baker

Willkommen zurück bei Unknown Warriors mit mir, Michael Baker. Einer der klaren Trends in der entstehenden Geschichtsschreibung zum Ersten Weltkrieg geht hin zur transnationalen Geschichte, die nicht nur betrachtet, wie eine Nation vom Krieg betroffen war, sondern wie es auch andere Nationen waren, und, ebenso wichtig, wie sie einander beeinflussten. Es überrascht nicht, dass das Bild, aus dieser Perspektive betrachtet, ziemlich anders auszusehen beginnen kann. Das gilt besonders für die Westfront, bei der die meisten von uns an eine eng britische Sichtweise gewöhnt sind. Ich habe mit Dr. Jonathan Boff gesprochen, Senior Lecturer für Neuere Geschichte an der University of Birmingham. Zwei seiner Bücher verdienen hier besondere Aufmerksamkeit. Das erste, 2012 erschienen, hieß Winning and Losing on the Western Front. Das andere kam 2018 heraus und trug den Titel Haig's Enemy, Crown Prince Rupprecht and Germany's War on the Western Front. Rupprecht verbrachte den ganzen Krieg als ranghoher Befehlshaber an der Westfront. Ab August 1916 befehligte er vier deutsche Armeen mit insgesamt rund 700.000 Mann. Ich fragte Jonathan zunächst, was ihn dazu gebracht hatte, sich dem Thema mit deutschen Augen zu nähern.

Jonathan Boff

Besonders wenn es um die operative Seite der Militärgeschichte geht, gibt es tendenziell die Annahme, dass man die Erfahrung des Britischen Expeditionskorps allein, im luftleeren Raum, betrachten kann. Und das fühlte sich für mich einfach falsch an. Per Definition sind an einem Krieg zwei Seiten beteiligt. Besonders in der letzten Generation gab es also eine Gegenbewegung gegen die ziemlich alten und, wie ich finde, ziemlich abgestandenen Argumente darüber, ob Haig ein guter General war oder nicht, die die Geschichtsschreibung in den zwei oder drei Generationen davor gewissermaßen vereinnahmt hatten. Und eine Reihe sehr guter Historiker ging zurück in die relativ neu geöffneten Archive, ging die Akten durch und kam auf diese Idee, dass die britische Armee an der Westfront weder ein Haufen Idioten noch „Löwen, von Eseln geführt“ gewesen war, sondern angesichts der Herausforderungen, vor denen sie stand, tatsächlich eine bemerkenswerte Verwandlung ihrer selbst in sehr kurzer Zeit geschafft hatte, von der Armee von 1914 zu dem, was sie 1918 ist, nämlich diese hochprofessionelle, hochkompetente Streitmacht. Aber da der Erste Weltkrieg nun einmal der Erste Weltkrieg ist und der Konflikt ein solches Ausmaß hat, bedeutet der Umfang der schieren Menge an Material, die man als Historiker durcharbeiten muss, dass man, wenn man das für die Briten erledigt hat, nicht mehr besonders viel Zeit oder Energie übrig hat, um sich die Franzosen anzusehen, von denen die Briten auch lernten, geschweige denn die Deutschen. Was ich also mit meinen beiden Büchern, aber besonders mit Haig's Enemy, tun wollte, war zu versuchen, den Krieg aus einer deutschen Perspektive zu betrachten, einen Deutschen zu finden, der so stark beteiligt war, dass man ein Gefühl dafür bekommen konnte, wie der Krieg mit deutschen Augen aussah, nicht nur mit britischen Augen.

Michael Baker

Welchen Unterschied macht das also für unser Verständnis der Ereignisse an der Westfront?

Jonathan Boff

Nun, ich denke, es gibt eine Reihe verschiedener Mythen, die man infrage zu stellen oder sogar zu demontieren beginnen kann. Der erste betrifft die deutsche Armee selbst. Die Wahrnehmung, die man von der deutschen Armee in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tendenziell hat, nicht nur im Ersten Weltkrieg, sondern auch im Zweiten Weltkrieg, ist, dass sie ein sehr fein geschliffenes, gut geschliffenes taktisches Instrument ist. Sie ist, grob gesagt, sehr gut darin, ihre Schlachten zu schlagen. Dass sie sehr meritokratisch ist, dass sie eine sehr flexible Führungsstruktur hat, all diese Dinge. Nun, wenn man sich tatsächlich Rupprechts Tagebücher und den Umgang ansieht, den er sowohl mit seinen Vorgesetzten als auch mit seinen Untergebenen hat, wird sehr schnell klar, dass dieses idealisierte Bild dieser sehr ausgeklügelten Militärmaschine auf fast jeder Ebene fehlerhaft ist. Dass das Führungssystem bei Weitem nicht so flexibel ist, wie es zu sein schien. Es gab alle möglichen Cliquen und interne Machtkämpfe, die den Operationen im Weg standen. Und dass in vielen Fällen die Schwächen der deutschen Armee mit zu ihren eigenen Niederlagen beitrugen. Das war also ein Mythos, dem ich mit Haig's enemy hoffentlich zumindest einen Kratzer zugefügt habe. Ich denke, ein paar andere haben mit dem Punkt zu tun, den ich vorhin über die Anglozentrik eines Großteils der bisherigen Geschichtsschreibung gemacht habe, nämlich dass, wenn man den Krieg tatsächlich mit Rupprechts Augen betrachtet, na ja, offen gesagt, er viel mehr Zeit damit verbringt, sich wegen der Franzosen Sorgen zu machen, als wegen der Briten. Durchgehend, sicherlich die ganze erste Hälfte des Krieges hindurch, sind die Franzosen der Hauptfeind, nicht die Briten. Und selbst in der zweiten Hälfte des Krieges, in der der britische Beitrag deutlich gewachsen ist, hat man trotzdem das Gefühl, er hat vor den Briten nicht so viel Angst wie vor den Franzosen, weil er nicht glaubt, dass ihre Generäle im Großen und Ganzen so gut sind.

Michael Baker

Ereignisse und Gefechte, die aus britischer Sicht eine große Rolle spielen, haben für die Deutschen also nicht unbedingt dieselbe Bedeutung.

Jonathan Boff

Ja, also nur um Ihnen ein Beispiel zu geben: der erste Tag der Dritten Flandernschlacht, Passchendaele, am 31. Juli 1917, der in den britischen Darstellungen als diese Art großer Angriff gesehen wird, der einen Höhepunkt darstellt, was er auch war, wissen Sie, es war eine große Anstrengung der Briten. Also die Deutschen, oder jedenfalls Rupprecht, der bemerkt kaum, dass das überhaupt passiert ist. Die deutsche Abwehr hat seiner Ansicht nach die Lage allein vollkommen gut bewältigt, brauchte keine Verstärkungen, keine Hilfe von irgendjemand anderem. Aus deutscher Sicht ist das eher ein Nicht-Ereignis. Nun, im weiteren Verlauf der Schlacht beginnt sich diese Lage zu ändern, und es wird tatsächlich ernster, sozusagen. Aber trotzdem ist dieser erste Tag ein sehr gutes Beispiel für genau das, wovon Sie sprechen.

Michael Baker

Die Deutschen hatten an der Westfront einen wichtigen Vorteil. Sie kämpften zur Verteidigung von Gebieten in Belgien und Frankreich, die sie früh im Krieg besetzt hatten. Dementsprechend gruben sie sich ein, sobald Grabensysteme angelegt waren, und festigten ihre Stellungen, indem sie eine tief gestaffelte Verteidigung aufbauten. Die Alliierten dagegen wurden in die Offensive gezwungen, immer in der Hoffnung, die Besatzer zurückzudrängen. Wie gut, fragte ich mich, hatten die Deutschen laut ihren eigenen Aufzeichnungen ihre Verteidigungstaktik umgesetzt?

Jonathan Boff

Nun, ich denke, man muss sagen, ziemlich gut, während des größten Teils des Krieges. Wenn man es nach Jahren aufschlüsselt: 1915 gibt es sehr wenig, was die Entente, die Franzosen und die Briten, wirklich tun können, um die deutsche Abwehr nennenswert anzukratzen. Nicht, weil die deutsche Abwehr perfekt wäre, das ist sie nicht, sie wird ständig weiterentwickelt, um sie stärker und besser zu machen. Aber jedes Mal, bei jeder Schlacht, die geschlagen wird, hat man das Gefühl, dass die Deutschen ein bisschen mehr daraus lernen als die Entente, und deshalb wird ihre Abwehr im Laufe des Jahres 1915 relativ gesehen tatsächlich stärker. 1916 beginnt sich die Lage zu ändern. Verdun, offensichtlich ein gescheiterter Versuch der Deutschen, die strategische Initiative an der Westfront zurückzugewinnen. Die Schlacht an der Somme, wiederum, aus deutscher Sicht in den ersten paar Tagen, Wochen leicht einzudämmen. Aber während sie weitergeht und die Entente es schafft, all die Ressourcen zu mobilisieren, die man für moderne industrielle Kriegführung braucht, und die Deutschen beginnen, das Gewicht davon zu spüren, nun, da kann man spüren, wie das beginnt, einen gewissen Druck auf die Deutschen auszuüben. 1917 ist in mancher Hinsicht aus Sicht der Entente ein kleiner Rückschritt. Die frühen Fehlschläge, besonders der französischen Armee am Chemin des Dames im Mai 1917, sind eindeutig sehr schmerzhaft. Und dann schafft es die Dritte Flandernschlacht nie, die Deutschen unter denselben Druck zu setzen, wie es die Schlacht an der Somme getan hatte. Die Schlacht von Cambrai im November und Anfang Dezember 1917 markiert in mancher Hinsicht eine gewisse Wende, denn hier beginnen die Alliierten, die Taktik der verbundenen Waffen zusammenzusetzen, die sie dann 1918 schließlich mit großer Wirkung einsetzen werden. Aber der Erfolg der Entente, der Briten, bei der Innovation, wie er sich am ersten Tag der Schlacht von Cambrai zeigte, wird gewissermaßen zunichtegemacht, dadurch, dass sie in den Tagen danach viele derselben Fehler machen, und dann dadurch, dass die Deutschen Anfang Dezember 1917 einen sehr erfolgreichen Gegenangriff führen, der im britischen Narrativ meist vergessen wird. 1918 ist in jeder Hinsicht ein sprunghafter Wandel in der Intensität des Krieges. Die Entscheidung von Ludendorff und Hindenburg, den deutschen Befehlshabern, zu versuchen, den Krieg mit einer großen Offensive im Frühjahr 1918 zu gewinnen, mit den Kräften, die durch den Zusammenbruch Russlands im Osten frei geworden sind, scheitert offensichtlich, und sie schwächt am Ende die deutsche Position so sehr, dass die Entente von Juli bis November 1918 beginnen kann, in die andere Richtung über die deutsche Abwehr hinwegzuwalzen. Es gibt also im Sommer und Herbst 1918 offensichtlich ein endgültiges Versagen der deutschen Abwehr, das zum Teil das Ergebnis innerer deutscher Schwächen ist, und es ist zum Teil das Ergebnis der Abnutzung, einfach des schieren Gewichts des Krieges, denke ich, zu diesem Zeitpunkt, der Zahl der Verluste, die sie erlitten haben.

Michael Baker

Von all diesen Feldzügen an der Westfront hat die Somme in Großbritannien tendenziell die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und hauptsächlich aus den negativsten Gründen. Es überrascht daher zu erfahren, dass die Deutschen ihrerseits das Gefühl hatten, die alliierte Offensive habe auf weiten Teilen ihrer Front ihre Abwehr überwältigt. Und tatsächlich lässt sich die Somme insgesamt heute viel eher als Wendepunkt des Ringens sehen, als bisher anerkannt wurde.

Jonathan Boff

Es spielt keine Rolle, wie man Erfolg oder Misserfolg auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs misst, es gibt alle möglichen unvollkommenen Maßstäbe, gewonnenes Gelände, relative Verluste, was auch immer, aber welchen man auch wählt, die Entente schneidet dabei nicht sehr gut ab, und sie hat mit der Somme-Offensive sicherlich nicht erreicht, was sie erreichen wollte, nämlich eine schwere Niederlage der deutschen Armee. Ich denke jedoch, dass man darin einige, und nur einige, der Wurzeln des letztendlichen Ausgangs des Krieges sehen kann. Und ich sage das, weil sie den Deutschen, denke ich, auf einer ziemlich tiefen, strategischen und konzeptionellen Ebene zeigt, dass dies kein Krieg ist, der allein durch taktische Brillanz gewonnen werden wird oder dadurch, Mann für Mann bessere Soldaten zu sein als der Feind. Dass bei dieser Art von Krieg andere Faktoren im Spiel sind, bei einem Abnutzungskrieg, der die totale Mobilisierung jeder Ressource des eigenen Landes erfordert. Und sobald die Deutschen erkennen, dass es diese Art von Krieg ist, ist es sehr schwer zu sehen, wie sie ihn überhaupt gewinnen könnten, angesichts der Überlegenheit, wirtschaftlich, industriell, an Bevölkerung, all diese verschiedenen Formen von Stärke, die bei der Entente und natürlich bei den Vereinigten Staaten von Amerika liegen. Nun, man könnte sagen, und ich würde das tatsächlich tun, dass die Deutschen das gefälligst ein bisschen früher hätten erkennen sollen, und sie hätten allen eine Menge Ärger und Leid ersparen können. Aber das haben sie nicht. Aber die Somme beginnt, es ihnen klarzumachen. Und man hat wirklich das Gefühl, dass besonders die deutsche Oberste Heeresleitung erschüttert ist von der Intensität der Kämpfe, nicht am 1. Juli 1916, sondern von der Fähigkeit der Entente, immer wieder gegen sie anzurennen, besonders im September, Oktober, sogar bis in den November 1916 hinein, als sich das Wetter sehr stark verschlechtert hat. Man bekommt so ein Gefühl von, wissen Sie, wann hört das jemals auf, während es immer mehr von den deutschen Reserven und der deutschen Armee aufreibt. Und diese Belastung zeigt sich auf sehr offensichtliche Weise. Zum Beispiel im August 1916 die Absetzung Falkenhayns, des Chefs des Generalstabs, und seine Ablösung durch Ludendorff und Hindenburg, und die Art und Weise, wie Ludendorff und Hindenburg versuchten, die deutsche Nation erneut zu mobilisieren.

Michael Baker

Einige Historiker, die die deutschen Archive untersucht haben, haben nahegelegt, dass die Entente an der Somme jedes Überraschungsmoment verlor, wegen ihrer nachlässigen Kommunikation und sogar wegen Aussagen von Kriegsgefangenen in deutscher Hand. War daran etwas Wahres?

Jonathan Boff

Es war so schwierig und erforderte so viele Ressourcen, eine dieser Offensiven vorzubereiten, dass der Feind meistens taub, stumm und blind hätte sein müssen, um nicht zu bemerken, dass sich etwas anbahnte. Nun, im Laufe des Krieges wird die Entente besser darin, diese Vorbereitungen zu verbergen. Das stimmt zweifellos. 1916 an der Somme zum Beispiel, oder auch 1917, den größten Teil von 1917 hindurch, ist die Vorstellung, dass der einzige Weg, die eigene Infanterie über das Niemandsland und in die feindlichen Gräben zu bringen, darin besteht, es tagelang, Tag um Tag, in Grund und Boden zu schießen, was natürlich allen Beteiligten völlig offensichtlich macht, dass ein Angriff bevorsteht. Was Cambrai mit der Einführung dessen bewirkt, was man Artilleriefeuer ohne Einschießen nennt, ist, dass es wieder die Möglichkeit der Überraschung eröffnet. Man kann also diese sehr langen, langsamen, offensichtlichen Artilleriebombardements durch kurze, scharfe, sehr stark aufklärungsgestützte Artilleriefeuer ersetzen, die mit dem eigenen Angriff zusammenfallen können, statt ihm vorauszugehen. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass die schiere Menge an Material, ich meine, buchstäblich Zugladungen über Zugladungen über Zugladungen an Artilleriegranaten, die für Bombardements wie das im Vorfeld der Somme benötigt werden, allein schon unmöglich zu verbergen wäre, selbst wenn die Geschütze nie einen Schuss abgegeben hätten.

Michael Baker

Die Artillerie, und besonders schwere Geschütze, scheint sicherlich ein Bereich gewesen zu sein, in dem sich die Deutschen ihren Feinden gegenüber durchweg im Nachteil fühlten. Wie real war dieser Nachteil, und wie wirkte er sich auf die Kampfkraft der Deutschen aus?

Jonathan Boff

Ich denke, man kann sagen, dass sie sich insgesamt materiell unterlegen fühlten. Schwere Artillerie war sicherlich ein Aspekt davon, und die Granaten für schwere Artillerie, aber es erstreckte sich auch auf Flugzeuge, Panzer, das ganze Drum und Dran des Krieges. Sie hatten das Gefühl, davon weniger zu haben als der Feind. Inwieweit sich das in Moralprobleme niederschlug? Nun, das ist, offen gesagt, ziemlich schwer zu rekonstruieren. Es gibt natürlich einen Vorbehalt, den man bei all diesen Dingen machen muss, nämlich dass jeder immer denkt, er habe nicht genug Zeug, und man kann ebenso viele britische Generäle finden, die sich zu verschiedenen Zeitpunkten im Krieg ebenfalls über einen Mangel an schwerer Artillerie beklagen. Also, wissen Sie, ich denke, man muss sie zumindest im Kontext der Aufgaben sehen, die verlangt wurden. Wissen Sie, die Deutschen brauchten 1916 und 1917 nicht so viele Granaten wie die Alliierten, weil sie in der Defensive waren und eine leichtere Aufgabe hatten.

Michael Baker

Aus Rupprechts Sicht betrachtet ist klar, dass die Deutschen sicherlich ab der Somme, als jede deutsche Division bei jedem Einsatz an der Front ein Drittel ihrer Infanterie verlor, ein zunehmend besorgniserregendes Personalproblem hatten, das sich, je länger sich der Krieg hinzog, wahrscheinlich nur verschlimmern würde.

Jonathan Boff

Die zusammengenommene Bevölkerung von Österreich, Ungarn und Deutschland ist deutlich kleiner als die von Großbritannien, Frankreich, Russland und den Vereinigten Staaten zusammen. Die Deutschen können es sich also nicht leisten, Männer in einem auch nur annähernd so hohen Tempo zu verlieren wie die Alliierten. Und deshalb, obwohl sie im Laufe des Krieges tendenziell nicht so viele Männer verlieren wie die Alliierten, beginnen ihnen, wie Sie sagen, ab dem Ende der Schlacht an der Somme tatsächlich die Männer auszugehen. Nun, was ich damit meine, dass ihnen die Männer ausgehen, ist nicht unbedingt, dass keine Männer mehr übrig waren, sondern zunehmend, dass sich die Qualität der verfügbaren Männer verschlechterte. Und das bedeutet, es hat mehrere Auswirkungen. Zunächst einmal beginnt die Gesamtmoral der Truppe zu leiden oder wird anfälliger. Zweitens bedeutet es, dass Führung und Kontrolle, die in einer idealen Welt angesichts des schlechten Zustands der Kommunikation auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs so weit wie irgend möglich delegiert würden, dass es für die hohen Befehlshaber schwieriger wird, das Vertrauen in ihre Männer zu empfinden, das es ihnen ermöglicht, das zu tun. Man bekommt also tendenziell eine Art schleichende Arthritis, die mit zunehmender Zentralisierung in die ganze Führungsstruktur kommt, was die Armee für ihren Feind berechenbarer und viel weniger flexibel macht, sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung. Alexander Watson hat ein hervorragendes Buch geschrieben, in dem er tatsächlich noch einen Schritt weiter geht und sagt, dass die sinkende Qualität und Moral des deutschen Soldaten und die sinkenden Zahlen bedeuten, dass die kleinen Gruppen, die im Laufe des Krieges zunehmend Granattrichter im Niemandsland besetzen statt durchgehender Grabenlinien, stärker von wirksamer Führung und Kontrolle abgeschnitten sind. Es sind weniger Unteroffiziere und Offiziere in der Nähe, um sie im Auge zu behalten, und deshalb wird es, sicherlich bis 1918, für diese isolierten Gruppen viel leichter, die weiße Fahne zu hissen, wenn sie angegriffen werden, als es früher im Krieg gewesen war, als sie unter wirksamerer Kontrolle standen und die Männer selbst besser motiviert waren. Also, wissen Sie, wie bei allem, was mit Kriegen und Militärgeschichte zu tun hat, hängt alles miteinander zusammen, aber es hat Auswirkungen auf mehreren Ebenen. In den gesamten Streitkräften, ganz zu schweigen natürlich von den Auswirkungen, die es dann auf die Industrie hat, wenn die besten Männer ausgekämmt werden, um sie an die Front zu schicken.

Michael Baker

Der deutsche Rückzug Anfang Februar 1917 auf die Siegfriedstellung, eine stärkere und kürzere Front, die es zu verteidigen galt, war sicherlich ein Zeichen für die Belastung ihrer Personalreserven.

Jonathan Boff

Der Zweck war ein doppelter, vielleicht ein dreifacher. Der eine war, die Entente aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wegen all der Vorbereitungen, die für eine Offensive erforderlich waren, wollten sie nicht an denselben Stellen bleiben, an denen sie 1916 gelandet waren, weil es, so dachten sie, für die Alliierten von diesem Standpunkt aus zu leicht wäre, eine Offensive zu starten. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist genau Ihrer, nämlich dass die Verkürzung der Linie es ihnen ermöglicht, die Zahl der Männer zu verringern, die diese Linie halten müssen, ihnen mehr Reserven gibt, ihnen mehr Flexibilität gibt. Und der dritte Punkt ist, dass dies an sich ein Symptom dafür ist, wie sehr die Deutschen durch die Schlacht an der Somme erschüttert worden sind. Sie haben erkannt, dass sie sich dieser Art von Schlacht nicht stellen und sie ausfechten können, ohne bessere Befestigungen zu haben, ordentliche Reserven, alle möglichen Dinge, die sie durch den Rückzug auf die Siegfriedstellung zu schaffen hoffen.

Michael Baker

Der heutige Konsens über den Sieg der Alliierten an der Westfront lautet, dass sie sich in einem kostspieligen Prozess über vier Jahre, der sogenannten Lernkurve, als Streitmacht so weit verbesserten, dass sie die Deutschen 1918 besiegen konnten. Die deutsche Perspektive bietet eine etwas andere Sicht und legt nahe, dass dieses Ergebnis ebenso sehr darauf zurückging, dass die deutsche Armee mit der Zeit schlechter wurde, wie darauf, dass die Briten und Franzosen besser wurden.

Jonathan Boff

Was auffällt, und das ist etwas, das, wie ich hoffe, in meinem ersten Buch über Sieg und Niederlage an der Westfront deutlich herausgekommen ist, ist, dass man, wenn man auf das Ende des Krieges schaut und erwartet, im gesamten Britischen Expeditionskorps durchweg hohe Standards militärischer Leistung zu sehen, enttäuscht wird. Weil es einfach nicht so ist. Es ist viel uneinheitlicher. Auf jede Einheit, die verstanden hat, wie man modernen Krieg im Stil von 1918 führt, kommt eine andere, die immer noch herumstümpert und in gewissem Maße genauso gut noch im Jahr 1916 sein könnte. Wenn es also Lernkurven gibt, dann sind es keine einzelnen, einheitlichen, gleichmäßigen Lernkurven. Das Bild ist komplizierter als das. Aber, bei alledem, die Gesamtwirkung der britischen Armee, daran kommt man nicht vorbei, ist definitiv positiver, als sie es 1916 oder 1917 gewesen war. In gewissem Maße muss die Idee der Lernkurve also bei allen Vorbehalten, die ich anzubringen versuche, zutreffen. Der Punkt, der mir ziemlich wichtig ist, ist, dass man, ohne die Tatsache zu verstehen, dass die Deutschen zur selben Zeit nachlassen, in der sich die Alliierten verbessern, diese Ergebnisse auf dem Schlachtfeld noch immer nicht wirklich verstehen kann.

Michael Baker

Davon abgesehen ist Jonathan ziemlich kritisch gegenüber der deutschen Heeresführung, und zwar nicht nur unter ihren Führungsfiguren im Krieg, Falkenhayn, Hindenburg und Ludendorff, sondern auch bei ihrer Planung in den Jahren vor 1914.

Jonathan Boff

Ja, ich denke, das ist auf fast jeder Ebene fehlerhaft. Fangen wir einfach mit dem Wichtigsten an. Das war ein Krieg, der niemals hätte geführt werden dürfen. Das erste und schwerwiegendste strategische Versagen des deutschen Militärs geschieht, bevor der Krieg überhaupt beginnt, und zwar, als die Armee im Grunde sagt: Das politische Problem, vor dem Deutschland steht, die Einkreisung, so sahen sie es, besonders durch Frankreich und Russland, lässt sich mit militärischen Mitteln lösen, und der Schlieffen-Plan ist die Lösung, mit der deutschen Armee als Werkzeug.

Michael Baker

Der Schlieffen-Plan, erstmals 1905 ausgearbeitet, sah eine blitzschnelle deutsche Offensive vor, die Frankreich im Westen besiegen sollte, bevor Russland im Osten wirksam mobilisiert hatte. Dieser Plan war im Wesentlichen derjenige, den die Deutschen 1914 anwandten.

Jonathan Boff

Das eröffnet sofort die Aussicht auf einen schnellen, erfolgreichen Krieg, der die deutsche Frage löst, soweit es Berlin betrifft. Nun, ich glaube nicht, dass das damals zutraf. Ich denke, wenn sie sehr gründlich darüber nachgedacht hätten, hätten sie erkannt, dass das nicht zutraf. Selbst wenn sie dachten, dass es zutraf, versäumten sie es, einen ordentlichen, integrierten Plan dafür zu erstellen, wie das funktionieren soll, sodass nicht darüber nachgedacht wird, wie die politische Regelung für Frankreich nach diesem militärischen Sieg aussehen würde. Viel eher wie der Bush-Cheney-Plan für die Invasion des Irak 2003. Und auch wenn es schön und gut ist zu sagen: Fang erst einmal deinen Hasen, muss man doch sicherlich irgendeine Vorstellung davon haben, was man mit diesem Hasen machen will, sobald man ihn gefangen hat. Strategisch starten sie also von den falschen Ausgangspunkten, und dann sind sie während des ganzen restlichen Krieges fast zu keinem Zeitpunkt ehrlich zu sich selbst oder zu den Politikern, was die Lage angeht. Denn selbst wenn wir akzeptieren, dass der Schlieffen-Plan hätte funktionieren können, nun, sobald die Schlacht an der Marne verloren war, war klar, was geschehen war, und dass jede Aussicht auf diesen schnellen, entscheidenden Sieg an einer Front, der es ihnen dann ermöglichen würde, sich gegen die Russen zu konzentrieren, gescheitert war. Sie treffen also durchweg die falschen strategischen Entscheidungen. Und das gilt bis hin zur deutschen Frühjahrsoffensive im März 1918, die, denke ich, ebenso schlecht durchdacht ist. Oder sie ist ein Vabanquespiel. Ein Vabanquespiel, das scheiterte. Und dann, im Herbst 1918, schätzten sie ihre eigenen Kräfte falsch ein, sie schätzten die feindlichen Kräfte falsch ein, und dann fangen sie an, darüber zu lügen, was gleich passieren wird. Man muss die Schuld der Heimatfront zuschieben statt den Soldaten, was entsetzliche Folgen für die deutsche Geschichte hat, Folgen, für deren Verständnis man nicht viel über deutsche Geschichte wissen muss.

Michael Baker

Dieser konzeptionelle Fehler der deutschen Militärplaner hatte seine Wurzeln in einer umfassenderen militarisierten deutschen Kultur.

Jonathan Boff

Ironischerweise, wenn man bedenkt, dass Clausewitz ein Preuße war, vergessen sie, dass der Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist, um seine Formulierung zu verwenden, und dass man deshalb immer im Auge behalten muss, was die politischen Folgen der eigenen militärischen Handlungen voraussichtlich sein werden, und einen politischen Plan haben muss, der den militärischen Plan untermauert. Man hat also ein Versagen an der Schnittstelle zwischen Zivil und Militär, wenn man so will, was problematisch ist. Und dann ist das zweite etwas, das Isabel Hull in ihrem Buch Absolute Destruction herausgearbeitet hat, nämlich eine natürliche Tendenz innerhalb des deutschen Militärs zu dem, was sie militärischen Extremismus nennt. Die Idee dabei ist, dass, weil Deutschland seit der Zeit Friedrichs des Großen, oder sogar schon davor, an die Vorstellung gewöhnt ist, schnell gewinnen zu müssen, in kurzen und lebhaften, so lautete die Formulierung Friedrichs des Großen, „kurz und vives“ Kriegen, Kriegen, die Kultur des deutschen Militärs darauf ausgerichtet ist, dieses Prinzip zu verankern: hart kämpfen, schnell kämpfen, notfalls schmutzig kämpfen, aber dafür sorgen, dass man in kurzer Zeit gewinnt, weil Deutschland einen langen Krieg mit Feinden auf allen Seiten nicht überleben kann. Isabel Hulls These ist, dass das dann eine Kultur erzeugt, besonders innerhalb des deutschen Militärs, die sagt: Zieh notfalls die Samthandschuhe aus. Und tatsächlich nicht nur die Samthandschuhe ausziehen, sondern eskalieren, die Gewalt eskalieren, die man einsetzt. Wenn du auf Widerstand stößt, nun, dann sei rücksichtslos dabei, ihn auszurotten.

Michael Baker

Etwas von dieser Rücksichtslosigkeit zeigte sich, als die deutsche Armee im August 1914 nach Belgien und Frankreich hineinstürmte. Gräueltaten des Feindes wurden von der anderen Seite oft übertrieben, doch wir wissen heute, dass diejenigen, die zu Beginn des Krieges an belgischen und französischen Zivilisten verübt wurden, durchaus real waren.

Jonathan Boff

Es gibt ein sehr interessantes Buch von John Horne und Alan Kramer mit dem Titel German Atrocities of 1914, das diese im Detail dokumentiert. Ich glaube, ihre Schätzung ist, dass über 6.000 französische und belgische Zivilisten von deutschen Soldaten ermordet wurden. Und was da passiert, ist, dass die deutsche Armee 1914 versucht, die Probleme zu vermeiden, die ihrer Wahrnehmung nach im Deutsch-Französischen Krieg von 1870-1871 aufgetreten waren, als es eine große Zahl von, wie sie es sahen, französischen Zivilisten gab, die aus dem Hinterhalt auf ihre Soldaten schossen. Natürlich ist manches davon Verwirrung und einfach die Friktion des Krieges, aber manches ist ziemlich gezielt, und es soll genau sagen: Wir werden keinerlei zivilen Widerstand gegen das Vorrücken unserer Armeen dulden. Und so versuchen sie, die belgische und die französische Bevölkerung von Anfang an einzuschüchtern. Nun, wie es sich ergibt, pendelt sich der Krieg natürlich auf eine völlig andere Weise ein, und am Ende hat man diese entvölkerte Zone zu beiden Seiten der Westfront, die sich 20 Meilen oder wie viel auch immer nach hinten erstreckt. Das Maß an Kontakt zwischen Zivilbevölkerung und Armeen geht also während des größten Teils des Krieges deshalb eigentlich zurück. Folglich geht auch die Zahl der Gräueltaten zurück.

Michael Baker

Schließlich fragte ich mich, zu welchem Zeitpunkt die Deutschen an der Westfront glaubten, verloren zu haben.

Jonathan Boff

Ich denke, das hängt davon ab, von wem man spricht. Es gibt einige Leute, die schon 1916 zu sehen beginnen, dass sie in Schwierigkeiten sind. Rupprecht ist an manchen Tagen einer von ihnen, aber er schwankt ein bisschen hin und her. Es gibt auch Tage sogar bis zum April 1918, März, April 1918. Erst als er erkennt, dass dieses große Vabanquespiel der Frühjahrsoffensiven gescheitert ist, erkennt er dann wirklich: Wir werden diesen Krieg endgültig, ohne jeden Zweifel, verlieren. Aber ebenso gibt es andere, die glauben, dass sie noch viel länger weitermachen können. Ich denke, Ludendorff erkennt es so ungefähr im August 1918, gibt es aber erst im Oktober wirklich zu. Einzelne Soldaten, nun, das ist, wissen Sie, das ist eine ziemlich umstrittene Frage in der Geschichtsschreibung. Viele Leute haben eine Menge darüber geschrieben, wann und ob es 1918 in der deutschen Armee zu einem Zusammenbruch der Moral kommt. Meine eigene Ansicht ist, dass sie sich sicherlich unter den Frontsoldaten eigentlich bemerkenswert gut hält, wenn man alles bedenkt. Es gibt Probleme in der Etappe, daran besteht kein Zweifel. Aber unter den Frontsoldaten, da haben sie nicht aufgegeben. Für mich kommt der entscheidende Moment, als der Armee Anfang Oktober 1918 mitgeteilt wird, dass der Kaiser um Frieden ersucht hat. Von diesem Punkt an, mit Ausnahme einiger sehr tapferer Männer, die bereit sind weiterzukämpfen, damit ihre Kameraden entkommen können, danach, denke ich, kann man sehen, wie die Moral ziemlich steil abfällt. Aber das ist überraschend spät, wenn man die Gesamtlage bedenkt. Zum Teil natürlich, weil es viel Zensur gab, den Leuten wurde nicht die Wahrheit gesagt. Die Armee sagte zum Beispiel dem Reichstag ganz bestimmt nicht die Wahrheit. Der Kaiser war weder der Mann dafür noch in der Lage, sich in dieser Sache gegen die Armee zu stellen und bessere Antworten zu verlangen als die, die man ihm gab. Aber andererseits gibt es Hausfrauen in Wien oder in München, die schon Anfang 1918 erkennen, dass die Lage so schlecht ist, dass sie ihre Familien nicht ernähren können, und dass insofern die Regierung bei ihrer wichtigsten Aufgabe versagt, so wie sie es sehen.

Michael Baker

Und waren sich die Soldaten an der Front dieser Lage in der Heimat bewusst?

Jonathan Boff

Ja. Es gibt also eine Rückkopplungsschleife. Es ist sehr schwer, genau zu entwirren, wer wann die Hoffnung aufgibt.

Michael Baker

Ich habe mit Dr. Jonathan Boff gesprochen, Senior Lecturer für Neuere Geschichte an der University of Birmingham. Wenn Sie mehr über Jonathans Arbeit oder verwandte Themen erfahren möchten, folgen Sie bitte den Links auf meiner Website www.unknownwarriorspod.co.uk In der nächsten Folge von Unknown Warriors werde ich mich mit einigen der ethischen Fragen befassen, die der Erste Weltkrieg aufwarf, und damit, wie vor dem Krieg international gezogene rote Linien im Verlauf des Konflikts schnell überrannt wurden. Ich hoffe, Sie sind wieder mit dabei.

Musik: Saties Je Te Veux

Michael Bakers Erzähltext ist kursiv gesetzt. Dieses Transkript wurde automatisch aus der Tonaufnahme erstellt und kann Fehler enthalten. Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt.

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